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Handy-Geschichte


15 Jahre Handy - Die Geschichte des Handys


Das Handy, dass im Übrigen nur in Deutschland als solches bezeichnet
wird, ist heute nicht mehr aus der menschlichen Kommunikation
wegzudenken. Seinen Siegeszug begann das aus einem Lautsprecher, einem
Mikrofon und einem Bedienteil, der Steuerung, sowie Funkteil und
Stromversorgung bestehende Geräte hierzulande Anfang der 90er Jahre.
Bis dahin hatte die Technik allerdings schon einen weiten Weg zurÜck
gelegt.


Praktisch gab es Mobilfunk schon 1926 in den Zügen der Deutschen Reichsbahn und der Reichspost.

Die ersten wirklichen Handys fertigte das 1928 gegrÜndete Unternehmen
Motorola bereits 1940. Eingesetzt wurden diese 2,5 Kilogramm schweren
Geräte mit einer Reichweite von etwa 5 km vor allem in der Armee und
bei der Polizei. Und schon 1943 stellte Motorola eine Weiterentwicklung
vor.

Zum Betrieb der tragbaren Telefone ist zudem eine entsprechende
Infrastruktur zur Übertragung der Signale notwendig, das Mobilfunknetz.
Dieses funktioniert eigentlich drahtgebunden fast wie das Festnetz,
lediglich die Zugangsnetze basieren auf FunkÜbertragung. Die Signale
werden dann Über Mobilfunkantennen an das Mobiltelefon weitergeleitet.
Ohne diese Übertragungswege ist auch ein Mobiltelefon sinnlos, so dass
deren Entwicklung in engem Zusammenhang zu den Mobilfunknnetzen steht.

Das erste Mobilfunknetz wurde 1946 in den USA aufgebaut. In Deutschland
gab es die ersten lokalen Netze seit Anfang der 50er Jahre. Das erste
flächendeckende Netz - das A-Netz - Übertrug seit 1958 Signale,
allerdings noch analog und es funktionierte nur handvermittelt.

Die Mobilfunkgeräte kosteten damals zwischen 8000-15000 Mark und
benötigten den Platz eines kompletten Kofferraums. Damals war diese
technische Innovation eher einigen Wenigen vorbehalten. Dieses Netz
selbst war bis 1977 in Betrieb.

Eine Weiterentwicklung folgte dann im Jahre 1972 mit dem so genannten
B-Netz. Damit konnten Nutzer das erste Mal selbst wählen, mussten dazu
aber immer noch wissen in welchem Vorwahlbereich sich ihr GegenÜber
gerade aufhält. Bis zur Einstellung des Betriebes 1994 waren in den
besten Zeiten 27000 Nutzer angemeldet.

Zwischen 1985 und 2000 konnte in Deutschland auf das C-Netz
zurÜckgegriffen werden. Die nunmehr immer zahlreicher werdende
Fangemeinde der mobilen Kommunikation konnte sich dabei Über
deutschlandweit einheitliche Vorwahlen freuen. Es gab mehr
Basisstationen, so dass die Sendeleistung der Geräte verringert werden
konnte und damit wesentlich weniger Akku-Leistung erforderlich war.
Somit hatten Mobiltelefone erstmals die Chance auf ein handliches
Format.

Im Jahr 1983 hatte Motorola das erste kommerziell ausgerichtete Mobiltelefon für Privatkunden auf den Markt gebracht.

Noch 1986 kostete dessen Nachfolger, ein Gerät in Form eines Backsteins, ganze 4000 US-Dollar.

Das erste portable Telefon von Siemens aus dem Jahr 1987 hatte immer noch die Größe eines Kofferradios.
Von nun an ging die Entwicklung jedoch rasant weiter, so dass 1989
schon das erste Klapphandy, das bis dahin kleinste und leichteste
Mobiltelefon, vorgestellt wurde. Für das 350 Gramm leichte
Gerät
zahlten Verbraucher aber immer noch stolze 3000 US-Dollar. Heute ist
Motorola neben Nokia der größte Hersteller für
Mobiltelefone weltweit.

Im Jahr 1991 ging das GSM-Netz, das erste europaweit einheitliche
digitale Kommunikationsnetz in Betrieb. Acht Jahre später gab es schon
239 derartiger Netze in 108 Ländern der Welt. Das erste deutsche
GSM-Netz, das unter der Bezeichnung D-Netz bekannt wurde, startete
1992. Damit war in der Bundesrepublik erstmals eine Konkurrenzsituation
entstanden, da sowohl die Deutsche Telekom als auch Mannesmann-Mobil
ein Netz in Betrieb nahm - D1 und D2.

Im selben Jahr stellte der Pionier im Bereich der mobilen Kommunikation
- Motorola - das erste Gerät für den GSM-Standard vor, das
International 3200, umgangssprachlich auch Knochen genannt.

In einem anderen Frequenzbereich erhielt das E-Netz 1994, ebenfalls mit GSM-Standard, eine Betriebserlaubnis.

Im Jahr 1998 drängte ein weiterer Konkurrent, die VIAG-Interkom, mit dem E2-Netz auf den Markt.

Quam war dann 2001 schon der fünfte Anbieter, der seinen Betrieb zwischenzeitlich jedoch wieder eingestellt hat.

Die heutige Verbreitung der Kommunikationstechnologie verdeutlicht die
Tatsache, dass im Jahr 2006 bereits 990 Millionen Mobiltelefone
weltweit in einem Jahr verkauft wurden.

Die Mobiltelefonbranche ist auf einem Wachstumskurs und wird diesen wahrscheinlich noch weiter fortsetzen.

Bisher ist der GSM-Standard in diesem Teil der Welt nach wie vor am
gebräuchlichsten. Sein Nachfolger steht jedoch in den Startlöchern, der
UMTS-Standard. Bevor sich die dritte Generation der Mobilfunkgeräte
allerdings global durchsetzt, muss sie sich noch gegen den derzeit in
den USA benutzen CDMA-Standard und dessen Nachfolger CDMA 2000
behaupten.

Der Erfolg des UMTS-Standards besteht bisher vor allem aus den
astronomisch hohen Preisen, die die Anbietern für die Betriebslizenzen
bezahlten. Die Verbreitung allerdings ist noch längst nicht so weit
voran geschritten wie bis dahin geplant. Seit 2004 steht Verbrauchern
diese Form der schnellen DatenÜbertragung zur Verfügung, die im Handel
angebotenen Endgeräte dagegen entsprechen diesem Standard nur zum
kleinsten Teil.

Die Technik des Mobiltelefons als auch der Übertragungsnetze wird sich
auch zukÜnftig weiter entwickeln. Multimediaanwendungen, wie
Videotelefonie, Internet, Fernsehen, Uhr, Kamera, MP 3 Player,
Navigationsgerät, Rechner, Spielkonsole sind bei vielen Geräten schon
heute möglich und werden immer mehr Eingang in das Leben der Menschen
finden. Gleichzeitig wird sich aber auch die Anfälligkeit eines solchen
Multifunktionsgeräts erhöhen, wie die Historie der Entwicklung von
Handyviren oder -schadprogramme beweist. Nach dem ersten Auftauchen
2004, wurden noch 10 Schadprogramme für Mobiltelefone gezählt, ein Jahr
später waren es schon 87.