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Kinderhandys

Die heutige Elterngeneration steht vor Problemen, die noch vor zwanzig Jahren bestenfalls zur Science Fiction gehörten.Damals hat man überlegt, wie viel Technik Kindern zuzumuten sei. Die elektrische Eisenbahn, die Autorennbahn und ferngesteuerte Autos hatten zwar längst ihren Einzug in die Kinderzimmer genommen, doch lag die Altersgrenze noch recht hoch. Die ersten Computer waren erschwinglich, Spiele auf dem Bildschirm brachten eine vöneue Spielkultur. Einzelgängertum wurde befürchtet (nicht ganz zu unrecht), tatsächlich verbringen die Kinder seither eine Menge Zeit vor Bildschirmen und Monitoren, häufig alleine.Natürlich zieht es Kinder auch heute noch, zumindest im Sommer, nach draußen.

Da weiß man gerne, wo sie sich aufhalten. Die Risiken sind nicht zu vernachlässigen und - da wir alle an die modernen Kommunikationsmöglichkeiten gewöhnt sind - liegt es nahe, über ein erstes Handy nachzudenken.Ab dem Schulalter kommt das Kind wahrscheinlich schon selbst mit diesem Wunsch, denn stets werden sich Klassenkameraden finden, die schon auf dem neuesten Stand sind, entsprechend mit ihrem Besitz prahlen.Zwar werden bereits in den Grundschulen immer mehr Kinder schon mit einem Handy angetroffen, doch sollte man hier klar anmerken, dass das Lehrpersonaldiese Entwicklung absolut missbilligt. Im unterricht hat das kleine Telefon nichts zu suchen. Es lenkt ab und stört.Grundsätzliche Voraussetzung für den Kauf eines ersten Handys ist also, dass das Kind versteht, wo und wann ein Handy ausgeschaltet sein muss, bzw an der Garderobe oder in der Schultasche verbleibt.Empfehlenswert auch: eine Aufklärung über die Kosten.Sicher kann ein 8-jähriges Kind schon verstehen, dass jedes Gespräch über das Handy Geld kostet. Selbst in den Zeiten der Flatrates und MyFaves gibt es doch noch eine Menge Anbieter und Tarife, die jedes Gespräch berechnen.Da das Stichwort aber schon gefallen ist: Natürlich empfiehlt es sich, zumal wenn man davon ausgeht, dass alle anderen Familien - Mitglieder ebenfalls ein Handy besitzen, einen entsprechenden Vertrag oder Tarif auszuwählen, der hier Freiheit per Flatrate - wenigstens unter den Familienmitgliedern (mayFaves) oder Freunden (HomeZone) garantiert. Die womöglich etwas höheren Grundgebühren sind fest kalkulierbar, plötzliche Telefonitis bei Schulkindern nicht.Bei der Auswahl des richtigen Handys kommt es vor allem darauf an, ein robustes Modell zu wählen, denn selbst in der Schultasche ist ein technisch hochkompliziertes Gerät schnell beschädigt.

Vielleicht reicht zunächst das ausgemusterte Gerät von Vater oder Mutter? Einfache Geräte, die auch das technische Verständnis der lieben Kleinen noch nicht überfordern, sind bereits relativ preiswert im Handel erhältlich.SMS-Schreiben ist mit allen Geräten möglich, anfangs aber vielleicht noch nicht so wichtig. (Erst Schreiben lernen, dann SMS)Auch kindgerechte Handys sind auf dem Markt. Etwas bunter, etwas simpler, etwas unempfindlicher, als die Geräte für Erwachsene. Großvolumige Speicher,Telefonbuch und E-Mail-Funktionen sind noch nicht erforderlich. Auch die eingebaute Kamera ist letztlich nur ein Spielzeug. Immer wieder ist in dem Medien von Horror- und Sex-Videos zu lesen und zu hören, die die Kids untereinander austauschen. "Machen doch alle!" heißt es dann. Internet und Video haben all diese Dinge unseren Kindern zugänglich gemacht. Daran sind wir schuld. Verantwortlicher Umgang besteht manchmal einfach darin, etwas zu verhindern. Ein Tipp: Einmal Spiel - immer wieder Spiel / einmal Klingelton - immer neue Klingeltöne. Wer seinen Kinder frühzeitig erklärt, dass Musik aus dem Radio gratis ist, Klingeltöne und deren verdeckte Abo-Kosten aber schnell ein Jahres-Taschengeld vernichten, kann schlimme Erfahrungen verhindern. In erster Linie - und das sollte man dem Nachwuchs zu allererst erklären, geht es darum, dass das Kind erreichbar ist. An zweiter Stelle steht dann die Möglichkeit, auch vom Spielplatz aus anzurufen, um Mama zu fragen, ob man eine halbe Stunde länger bleiben darf. Die eigentliche Kommunikation hat noch Zeit, denn die findet zum Glück noch immer auf direktem Wege statt. Mag das Handy auch selbstverständlich geworden sein, die Nutzung sollte man frühzeitig einschränken. Schöner Nebeneffekt des mitgenommenen Telefons: In Zukunft wird man über die Funkzellen-Ortung auch wissen, wo sich das Kind gerade aufhält. Das erinnert zwar ein wenig an George Orwells "1984", kann aber sehr zur Beruhigung der Eltern beitragen.